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12. Februar 2006
"Schließung der Gynäkologie ist der Anfang vom Ende"
Sowohl SPD-Bürgermeister Wolfgang Oberbüscher, als auch der SPD-Ortsverband sehen "kaum einen Einfluss" der Lokalpolitik auf die Schließung der Engelskirchener Gynäkologie. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Engelskirchen reagiert mit Unverständnis.
"Schließlich sitzen Lokalpolitiker im Verwaltungsrat des Krankenhauses, die mit ihrer Stimme mitentscheiden. Ich nenne hier nur das CDU-Ratsmitglied Norbert Hess. Selbst Hess gibt zu, dass die Schließung der Gynäkologie "politisch gewollt" ist." (OVZ, 03.02.06), erklärt der UWG-Fraktionsvorsitzende Markus Haake.
Die Haltung des CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Flosbach sei einseitig: "In seiner Stellungnahme hat Flosbach deutlich gemacht, dass die oberbergischen Politiker in der Vergangenheit viel über die Standorte der Krankenhäuser diskutiert haben. Entweder die SPD hat recht und die langen Diskussionen waren für die Katz', oder aber die Lokalpolitik hat doch einen Einfluss auf die Schließung von Krankenhäuser und Flosbach will nichts unternehmen. Offenbar bevorzugt er einseitig seine Kreiskrankenhäuser - unter anderem das seiner Heimatgemeinde. Beide profitieren von der Schließung in Engelskirchen und Flosbach hat seine Schäfchen dann sicher im Trockenen.", so Haake weiter.
Hierfür spreche auch das Verhalten seines Parteifreundes Konrad Heimes, des "volksnahen" Ex-Bürgermeisters aus Lindlar. Heimes war ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates, ist aber wegen der Schließungspläne "auf konstruktive Weise" (OVZ,03.02.06) zurückgetreten. "Es gibt also sehrwohl alternative Lösungen und die Lokalpolitik hätte dabei ein erhebliches Wörtchen mitzureden. Deshalb muss auch die Schweigepflicht des Verwaltungsrates aufgehoben werden. Derzeit entsteht aber nicht der Eindruck, dass CDU und SPD ernsthaft für das bürgernahe Krankenhaus kämpfen wollen. Es ist ein Trauerspiel, dass die gewählten Interessenvertreter der Engelskirchener Bürger sich nicht für den Erhalt der Abteilung einsetzen wollen. Die Schließung der Gynäkologie ist der Anfang vom Ende. Letztendlich geht es sogar um das Fortbestehen des ganzen Krankenhauses, denn die renommierte Abteilung ist ein Zugpferd.", erklärt der UWG-Vorsitzende.
Die Unabhängigen sammeln derzeit Unterschriften für den Erhalt der Gynäkologie, kündigen aber eine offensive und langfristige Aktion zur Rettung des Krankenhauses an. Unter dem Motto "Rettet die Gynäkologie" planen die Unabhängigen jetzt eine Bürgerinitative.
"Alle Oberberger sind aufgerufen mitzumachen. Die Schließung betrifft schließlich nicht nur uns Engelskirchener. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir alles versuchen, um die Schließungsentscheidung zu kippen. Die Unterschriftenaktion ist erst der Startschuß. Auch die SPD ist herzlich eingeladen, sich mal lokalpolitisch zu engagieren.", so Haake.

